MecaVINby MecaLIFE Group
Gibt es das Auto mit "voller Ausstattung" wirklich? Die PDLV-Studie unter der Lupe von MecaVIN-Berichten
Actualités Auto

Gibt es das Auto mit "voller Ausstattung" wirklich? Die PDLV-Studie unter der Lupe von MecaVIN-Berichten

Im Juni 2020 analysierte der Blog PDLV 10 Inserate mit der Angabe "volle Ausstattung" anhand von MecaVIN-Berichten: Keine einzige traf zu. Golf 6: 3 von 24 Optionen, Grand Picasso: 1 von 13, Audi A1: 10 von 87.

„Vollausstattung“: zwei kleine Wörter, die den Preis eines Inserats um Hunderte von Euros steigen lassen. Doch gibt es ein Auto mit „Vollausstattung“ überhaupt wirklich? Im Juni 2020 wollte der Autoblog PDLV (Permis De La Voiture) dies anhand von Zahlen in einer in Zusammenarbeit mit MecaVIN durchgeführten Studie überprüfen: Zehn gebrauchte Inserate mit der Angabe „Vollausstattung“ wurden mithilfe von Identifikationsberichten auf Herz und Nieren geprüft. Das Urteil: Nicht ein einziges Fahrzeug hatte sie tatsächlich. Ein Rückblick auf eine Studie, die in den Lesezeichen jedes Gebrauchtwagenkäufers stehen sollte.

Die PDLV-Studie: 10 Inserate mit „Vollausstattung“ unter der Lupe

Das Prinzip der von PDLV veröffentlichten Studie ist von bestechender Einfachheit. Das Blog-Team wählte zehn Gebrauchtwagen-Inserate aus, bei denen der Verkäufer – schwarz auf weiß – behauptete, das Fahrzeug verfügte über „Vollausstattung“. Für jedes einzelne bestellten sie einen MecaVIN-Identifikationsbericht: das Dokument, das die exakte Konfiguration des Fahrzeugs ab Werk, einschließlich Ausstattungslinie und Original-Optionen, anhand der Herstellerkennung wiedergibt.

Danach musste man nur noch zeilenweise die Aussagen des Inserats mit der Realität ab Werk vergleichen. Kein Interpretationsspielraum: Eine Option ist vorhanden oder eben nicht.

Das Urteil: Kein einziges Auto hat wirklich „Vollausstattung“

Keines der zehn analysierten Fahrzeuge war mit allen im Katalog verfügbaren Optionen ausgestattet. Schlimmer noch: Einige waren weit davon entfernt, und die Diskrepanz zwischen Versprechen und Realität grenzte bisweilen ans Absurde. Vier Beispiele veranschaulichen dieses Phänomen besonders gut:

  • Volkswagen Golf 6: Als „Vollausstattung“ angepriesen, zählte er in Wirklichkeit nur 3 von 24 Optionen, die der Hersteller anbot. Schiebedach, Leder, Navigation, Sitzheizung, Park Assist … all diese kostenpflichtigen Ausstattungen fehlten, obwohl das Argument der „Vollausstattung“ einen höheren Preis rechtfertigte.
  • Porsche Cayenne: Der extremste Fall der Studie. Der MecaVIN-Bericht enthüllte rein erfundene Optionen – Ausstattungen, die im Inserat genannt wurden, in der Konfiguration des Fahrzeugs schlicht und einfach nicht existierten. Im Premium-Segment, in dem jede Option Hunderte oder gar Tausende von Euros kostet, bedeutet diese Art von Abweichung einen beträchtlichen Verlust für den Käufer.
  • Citroën Grand C4 Picasso: Als „Vollausstattung“ inseriert, bot er tatsächlich nur 1 von 13. Ein Familien-Van, der mit einem nahezu leeren Versprechen verkauft wurde.
  • Audi A1: Der Streber des Testfelds … was kein Kompliment ist. Mit 10 von 87 verfügbaren Optionen blieb selbst das am besten ausgestattete Auto der Studie lichtjahre von einer Konfiguration mit „Vollausstattung“ entfernt.

Die Botschaft ist glasklar: In diesem Markt ist die Angabe „Vollausstattung“ eher eine Werbeformel als eine technische Tatsache.

Warum „Vollausstattung“ fast gar nichts aussagt

Wie kommt es zu einer solchen Diskrepanz? Drei Mechanismen greifen hier ineinander.

Die Verwechslung von Ausstattungslinie und Optionen. Ein Verkäufer – ob privat oder gewerblich – verwechselt häufig „High-End-Ausstattungslinie“ und „Vollausstattung“. Ein Golf in der Carat-Ausstattung oder ein A1 als S line sind serienmäßig gut ausgestattet, haben deshalb aber noch lange nicht die ab Werk angekreuzten kostenpflichtigen Optionen: Das ist genau der Unterschied zwischen Serienausstattung und Optionsliste. Unser Artikel über die Unterschiede bei der Serienausstattung in den europäischen Ländern zeigt übrigens, dass sich diese Verwechslung beim Import noch verstärkt, da die Kataloge von einem Markt zum anderen variieren.

Die Unklarheit der Herstellerkataloge. Bei manchen Marken kann ein und dasselbe Modelljahr Dutzende von Optionen anbieten, die manchmal in Paketen zusammengefasst sind. Ohne den damaligen Katalog vor Augen zu haben, kann kein Verkäufer ernsthaft garantieren, dass „alles“ vorhanden ist.

Der Verkaufsanreiz. „Vollausstattung“ beruhigt, zieht Klicks an und rechtfertigt einen Preis. Solange der Käufer nicht nachprüft, kostet die Formel denjenigen, der sie verwendet, rein gar nichts – und genau das hat die PDLV-Studie ans Licht gebracht.

Woran erkennt man, ob ein Auto wirklich alle Optionen besitzt?

Die gute Nachricht dieser Studie ist, dass sie gleichzeitig die Lösung aufzeigt: Die Überprüfung durch einen Identifikationsbericht ist schnell, objektiv und für jeden zugänglich. Ganz konkret:

  1. Besorgen Sie sich die Zulassungsnummer oder die Fahrgestellnummer (VIN) des Fahrzeugs (die VIN befindet sich im Fahrzeugschein unter Feld E sowie am Türholm oder an der Windschutzscheibe).
  2. Starten Sie einen Identifikationsbericht: Dieser gibt die genaue ab Werk registrierte Ausstattungslinie sowie die Liste der Original-Optionen wieder, unabhängig davon, was im Inserat behauptet wird.
  3. Vergleichen Sie mit dem Inserat und dem Katalog des Modelljahrs: Im Inserat genannte, aber im Bericht fehlende Optionen sind hervorragende Verhandlungsargumente – oder Gründe, vom Kauf Abstand zu nehmen.

Dies ist das Vorgehen, das wir in unserem Leitfaden zur Überprüfung von Optionen und echter Ausstattungslinie eines importierten Autos Schritt für Schritt erklären. Das ist besonders dann nützlich, wenn die Ausstattungslinie einen in Frankreich unbekannten, fremden Namen trägt. Und falls Sie noch zögern, erklärt unsere Methode zur Entschlüsselung der VIN und Ermittlung der genauen Ausstattungslinie eines Fahrzeugs, wo Sie diese Kennung finden und wie Sie sie interpretieren.

Was die Studie für den Käufer konkret verändert

Über die Anekdote hinaus hat diese Untersuchung sehr praktische Konsequenzen für Ihren nächsten Kauf:

  • Beim Preis: Eine Werksoption wertet ein Fahrzeug beim Wiederverkauf tatsächlich auf. Wenn die Hälfte der angekündigten Optionen gar nicht existiert, ist der faire Preis nicht der des Inserats. Der Bericht wird zu einem bezifferbaren Verhandlungsargument.
  • Bei der Inspektion: Die Liste der Original-Optionen leitet auch die physische Untersuchung an – eine Ausrüstung, die im Werkskatalog vorhanden, am Auto aber nicht zu finden ist, kann auf einen Austausch nach einem Unfall hindeuten. Vergleichen Sie den Bericht systematisch mit einer vollständigen Gebrauchtwageninspektion vor dem Kauf.
  • Beim Vertrauen: Ein Verkäufer, der die Ausstattungsliste aufbläht, ist möglicherweise auch bei anderen Punkten nachlässig – Wartung, Historie, Kilometerstand. Die Überprüfung der Optionen fungiert als Detektiv für Seriosität.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkennt man, ob ein Auto wirklich alle Optionen besitzt?

Die einzige zuverlässige Methode besteht darin, das Inserat mit der Werkskonfiguration des Fahrzeugs abzugleichen. Anhand der VIN oder des Kennzeichens listet ein MecaVIN-Identifikationsbericht die genaue Ausstattungslinie und die ab Werk installierten Optionen auf. Wie die PDLV-Studie zeigt, reicht das Wort des Verkäufers – selbst bei bester Absicht – nicht aus: Von 10 Inseraten mit „Vollausstattung“ hatte kein einziges Auto diese tatsächlich.

Was bedeutet „Full Options“ oder „Vollausstattung“ in einem Inserat wirklich?

In der Praxis meint der Verkäufer damit meistens: „High-End-Ausstattungslinie, gut ausgestattet“. Das ist eine Marketingformel ohne technische Definition: Die meisten Modelle bieten Dutzende von kostenpflichtigen Optionen zusätzlich zur Serienausstattung, und fast kein Fahrzeug vereint sie alle. Verlassen Sie sich nur auf das, was in einem objektiven Dokument steht.

Gibt es ein Auto, das wirklich Vollausstattung hat?

Das ist extrem selten. Das würde voraussetzen, dass ein Erstkunde beim Neukauf des Fahrzeugs den gesamten Optionskatalog angekreuzt hat – eine Konfiguration, die man im Wesentlichen bei Vorführ- oder Pressefahrzeugen antrifft. Die PDLV-Studie hat unter zehn Inseraten, die gezielt wegen ihres Versprechens der „Vollausstattung“ ausgewählt wurden, kein einziges gefunden.

Beeinflussen Original-Optionen den Wiederverkaufspreis?

Ja, und manchmal stark: Schiebedach, Lederpolsterung, Fahrassistenten, Anhängerkupplung ab Werk oder Winterpaket zahlen sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt aus. Diese Wertsteigerung setzt jedoch voraus, dass die Option auch tatsächlich vorhanden ist – daher ist es so wichtig, sie in einem Identifikationsbericht und nicht nur im Inseratstext aufführen zu lassen.

Ist die PDLV-Studie noch aktuell?

Im Juni 2020 veröffentlicht, ist sie aktueller denn je: Die Mechanik der Inserate hat sich nicht geändert, und die Vielzahl an Paketen und Optionen bei den Herstellern macht die Verwirrung noch leichter. Ihre Schlussfolgerung bleibt die goldene Regel des Gebrauchtwagenkaufs: Man glaubt nicht dem Etikett, sondern überprüft die Werkskonfiguration.

Zusammenfassung

Die PDLV-Studie hat mit MecaVIN-Berichten im Rücken bewiesen, dass die Angabe „Vollausstattung“ bestenfalls eine Abkürzung und schlimmstenfalls ein irreführendes Argument ist: Golf 6 mit 3 von 24 Optionen, Grand Picasso mit 1 von 13, Audi A1 mit 10 von 87 und sogar ein Cayenne mit erfundenen Optionen. Die Lektion lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Bevor Sie den Preis für „Vollausstattung“ bezahlen, überprüfen Sie, was das Werk tatsächlich eingebaut hat. Geben Sie das Kennzeichen oder die VIN des gewünschten Fahrzeugs auf MecaVIN ein und erhalten Sie in wenigen Minuten die genaue Liste seiner Ausstattungslinie und Original-Optionen – die einzige „Option“, die niemals täuscht.

Illustration - Gibt es das Auto mit "voller Ausstattung" wirklich? Die PDLV-Studie unter der Lupe von MecaVIN-Berichten

Zusätzliche Illustration

Identifizieren Sie die Ausstattung Ihres Fahrzeugs

Unser VIN-Bericht enthüllt alle Ausstattungen und Optionen Ihres Fahrzeugs

Mein Fahrzeug analysieren